Wie auch beim Fläming handelt es sich beim Teltow sowohl um einen Landschaftsraum als auch um eine historische Kulturlandschaft. Ihren Namen teilt die Region mit der gleichnamigen Stadt, die bereits im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Geologisch bezeichnet der Begriff heute eine eiszeitliche Hochfläche, die im Norden durch die Spree begrenzt wird, im Osten durch die Dahme und durch die Havel und Nuthe im Westen. Südlich und südwestlich ist die Abgrenzung nicht ganz so deutlich, wird aber üblicherweise über das Baruther Urstromtal definiert. Teile der südlichen Berliner Stadtbezirke Steglitz-Zehlendorf, Lichtenrade, Neukölln und Köpenick sowie Teile der Brandenburger Landkreise Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald liegen auf der Hochfläche des Teltow. Besucher stellen immer wieder erstaunt fest, wie unglaublich flach es hier ist. Diese Eigenschaft wissen besonders Radreisende zu schätzen. Aber auch auf Wanderungen entlang der schnurgeraden Entwässerungsfließe kann man diese Besonderheit der Landschaft des Teltow gut beobachten.
Der Teltow
Ganz schön eben hier
Teltow Marktplatz mit Maibaum und Rathaus,
Foto: Tourismusverband Fläming e.V./Jedrzej Marzecki
Teltower Rübchen,
Foto: Tourismusverband Fläming e.V./Laura Schneider
Spaziergang in der Diedersdorfer Heide,
Foto: Tourismusverband Fläming e.V./Susan Gutperl
Die Geschichte der Region Teltow
Der Teltow überspannt den gesamten nördlichen Teil der Reiseregion Fläming mit den Städten Stahnsdorf, Kleinmachnow sowie – der Name lässt es erahnen – Teltow und Ludwigsfelde sowie mit den Gemeinden Großbeeren und Blankenfelde-Mahlow. Auch wenn sie landschaftlich gesehen schon nicht mehr auf dem Teltow liegen, sondern in den angrenzenden Niederungen, werden Zossen und die Gemeinde Am Mellensee ebenso wie Trebbin kulturhistorisch üblicherweise der Region Teltow zugerechnet. Sie gehörten noch bis 1952 zum gleichnamigen Landkreis Teltow. Mit der Kreisreform im Jahr 1993 knüpfte man beim Zusammenschluss der Landkreise Zossen, Luckenwalde und Jüterbog an diese Tradition an und benannte den neuen Kreis nach den beiden prägenden Landschaftszügen: Teltow-Fläming.
Nach der Gründung der Mark Brandenburg, die bereits die westlichen Teile des Teltow umfasste, wurden im Zuge der fortgesetzten Siedlungspolitik der askanischen Markgrafen weitere Teile des Teltow erschlossen und besiedelt. Slawische Siedlungen wurden übernommen und zum Teil ausgebaut. Den Konflikt mit den Markgrafen von Meißen und dem Bischof von Magdeburg konnten die Askanier 1245 schließlich für sich entscheiden und so fiel auch der östliche Teil des Teltow mit Mittenwalde und Köpenick schlussendlich an die Mark Brandenburg.
Einen starken wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr die Region um Teltow durch den Ausbau des Teltowkanals Anfang des 20. Jahrhunderts. Kombiniert mit der Eröffnung der S-Bahnlinie nach Wannsee begann verstärkt die Erschließung von Stahnsdorf und Kleinmachnow als Berliner Vororte. Auch im Osten des Teltow entwickelten sich die anliegenden Orte mit dem Bau der Berlin-Dresdner Eisenbahn sowie der Königlich Preußischen Militäreisenbahn in den 1870er und 1880er Jahren von Gutsdörfern zu Berliner Stadtrandsiedlungen, zunächst mit Villenvorort-Charakter. Später kamen Reihenhaussiedlungen im typischen Stil von Gartenvorstädten hinzu. Die gute Erreichbarkeit machte den Rangsdorfer See zu einem beliebten Ausflugsziel, der in den 1920er Jahren zur Etablierung der Bezeichnung „Seebad“ führte. Nach 40 Jahren deutscher Teilung und erzwungener Abschottung kam wieder zu einem Bevölkerungswachstum besonders in den Orten im sogenannten Berliner „Speckgürtel“.