Entstanden durch das Abschmelzen der Eismassen nach der letzten Eiszeit zieht sich das Baruther Urstromtal – ganz vollständig muss es eigentlich Glogau-Baruther Urstromtal heißen – einmal quer von Osten nach Westen durch die Reiseregion. Im Norden schließen an einigen Stellen entsprechend der Glazialen Serie Sanderflächen an, z.B. der Zauchesander. An vielen Stellen ist der der Übergang jedoch geprägt von kleineren Urstromtalungen, die eigenständige Niederungen bilden und in denen Seen wie der der Große und Kleine Zeschsee oder der Mellensee besonders in den Sommermonten große und kleine Besucher anlocken. Der markante Landschaftszug des Urstromtals ist gekennzeichnet durch nahezu vollständig ebene, baumlose Niederungen. Der Boden bestand hauptsächlich aus Schmelzwassersand, der durch Erosionsprozesse verweht wurde und in der Gegend rund um Baruth Mark abgelagert wurde und einen zusammenhängenden Dünenkomplex mit bis zu 12 Meter hohen Erhebungen bildet.
Das Baruther Urstromtal
Feuchtniederungen und Dünenlandschaften
Schlosspark Baruth,
Foto: Tourismusverband Fläming e.V./Fanny Raab
Boote auf dem Mellensee am Ufer,
Foto: Tourismusverband Fläming e.V./Julian Hohlfeld
Weiden hinter Hennickendorf in Nuthe-Urstromtal,
Foto: Tourismusverband Fläming e.V./Susan Gutperl
Siedlungsraum Urstromtal
Da die Niederungen der Urstromtäler noch bis ins Mittelalter hinein natürliche Verkehrshindernisse darstellten, siedelten die Menschen bevorzugt an den trockeneren Hanglagen. So erklärt sich die auch heute noch erkennbare Aufreihung der Dörfer und Ortschaften am Rand des Urstromtales. Die Niederungswiesen wurden erst später Stück für Stück trockengelegt und für die Viehwirtschaft genutzt. An der schmalsten, nur 2 Kilometer breiten Stelle des Urstromtals bot eine sandige Landzunge einen natürlichen Übergang über das Urstromtal, an dem sich die Stadt Baruth/Mark entwickelte.
Die Gemeinden in der Nuthe-Niederung und im Baruther Urstromtal haben sich Anfang der 1990er Jahre unter dem Namen „Nuthe-Urstromtal“ zusammengeschlossen und bilden heute mit über 340 Quadratkilometern Ausdehnung die flächengrößte Gemeinde ohne Stadtrecht in Deutschland.
Ebenfalls ganz oder zu Teilen im Baruther Urstromtal und in den davon abzweigenden Urstromtalungen und Niederungen liegen Zossen, die Gemeinde Am Mellensee, die Stadt Trebbin, Luckenwalde und Jüterbog.
Achtung Elch! Schild bei Ahrensdorf,
Foto: Tourismusverband Fläming e.V./Susan Gutperl
Landschafts- und Naturschutzgebiete im Urstromtal
Heute sind die Niederungen wie z.B. die Flemmingwiesen oder die Bad Belziger Landschaftswiesen als Landschafts- und Naturschutzgebiete ausgewiesen und dienen der Erhaltung und Wiederherstellung von charakteristischen Biotopen und der dort beheimateten Tier- und Pflanzenwelt. Für Besucher bietet sich hier die einmalige Gelegenheit, die Tierwelt ungestört zu beobachten. Ein Verein setzt sich für die Gründung des „Naturpark Baruther-Urstromtal“ ein, der sich als Ziel gesetzt hat, diese besondere Kulturlandschaft sozial- und umweltverträglich zu entwickeln und in der Verbindung von Schutz und Nutzung auch die regionale Wirtschaft zu stärken.
Bei einer Radpartie oder Skate-Tour im nördlichen Teil der Flaeming-Skate, speziell auf dem Verbinder S8 zwischen Holbeck und Baruth/Mark, folgt man dem Verlauf des Urstromtals und kann hier die flache Talsohle gut erkennen erkennen. Bei Wanderungen in den Dünengebieten sind die landschaftsprägenden Einflüsse der Eiszeit, der folgenden Erosionsprozesse und die Folgen von menschengemachten Eingriffen in die Landschaft hautnah zu beobachten.