• Fläming extrem – weite Blicke, schnelle Runden, steile Läufe

Fläming extrem – weite Blicke, schnelle Runden, steile Läufe

Mein Fläming: Triathlon-Training auf der Flaeming-Skate und im Naturpark Hoher Fläming

Ein Tag mit Natalie Ehrlich beginnt im Morgengrauen auf der Flaeming-Skate und endet in der Abendsonne vor der Burg Rabenstein. Dazwischen liegen 75 Rad-Kilometer auf Rundkurs 4 der Flaeming-Skate, ein voller Arbeitstag und ein Intervalltraining im Hohen Fläming. Von der Kraft der Gedanken, die Berge versetzt – und den Fläming bis nach Utah trägt. Eine Geschichte über den Rausch der Geschwindigkeit, die schönste Stille und das Gefühl, durch die ursprüngliche Landschaft zu gleiten.

5:40 Uhr in Ottmannsdorf im Landkreis Wittenberg, 17 Kilometer südlich der Flaeming-Skate. Ein entschlossenes Piepen signalisiert: Der Fahrradcomputer ist startklar. Im nächsten Moment rasten die Radschuhe mit einem lauten Klicken in den Pedalen ein, Reifen rollen an. Als Natalie Ehrlich ihren Tag beginnt, ist die Welt noch ganz leise. Nur Vogelgezwitscher, das Surren des Freilaufs und der sich hörbar steigernde Atem der 39-jährigen Triatlethin formen die Tonkulisse bis zur Flaeming-Skate im Landkreis Teltow-Fläming. Vor der Geschäftsführerin einer Wittenberger Spedition liegen heute etwa 75 Kilometer Raddistanz, ein ganzer Arbeitstag und nach Feierabend ein Intervalllauf im Hohen Fläming im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

 

Die Szenerie wirkt wie gemalt: Mit jeder Umdrehung zieht die bunte, hügelige Landschaft schneller an ihr vorbei. Erst das gelbe Senffeld, dann grüner Mischwald, schon erreicht sie das beschauliche Dorf Dennewitz mit Feldsteinkirche und Anger, später die Obstbaumallee. Bei der Hochzeitsmühle biegt sie ab – vom Zubringer Luther-Tetzel-Weg auf den Rundkurs 4 der Flaeming-Skate. Angekommen auf Europas größter Skatestrecke gleiten die Reifen über den glatten Asphalt. „Der Moment, wenn das Rad auf freier Strecke Geschwindigkeit bekommt und alles rauscht an dir vorbei, der ist für mich unbezahlbar. Dann fühlt es sich an, als gehörte mir das alles allein“, schwärmt Natalie Ehrlich und gibt offen zu: „Ich bin dem Sport verfallen.“ Sie trainiert an sechs Tagen die Woche. Das war nicht immer so. Erst 2015 kam sie über das Gesundheitslaufen zum Triathlon. Mittlerweile hat sie sieben Ironman-Wettkämpfe bestritten und startete sogar bei der Weltmeisterschaft 2021 in Utah.

"Während ich den Körper auspowere, lade ich die Akkus im Kopf wieder auf.“

6:25 Uhr. Heute folgt sie dem Rundkurs 4 im Uhrzeigersinn, ihre Route legt sie immer spontan fest. Der erste Anstieg wartet gleich zu Beginn. In der Langdistanz fährt Natalie Ehrlich 180 Kilometer Fahrrad am Stück, muss dabei bis zu 1.300 Höhenmeter überwinden – dafür findet sie im Fläming die besten Trainingsvoraussetzungen. Fast ganz oben auf der Anhöhe angekommen, wartet schon eine erste Belohnung: der Weitblick. Die Hände greifen nach Vorder- und Rückbremse, die Reifen stoppen, sie löst einen Schuh aus der Halterung und beschreibt mit schwerem Atem Ihr Glück auf diesem Fleck Erde: „Ich führe ein Unternehmen mit 130 Mitarbeitenden. Wenn es mal trubelig ist, dann erdet mich dieser Ort. Während ich den Körper auspowere, lade ich die Akkus im Kopf wieder auf.“ Aber auch nach zehn Jahren koste sie der frühe Start noch Überwindung, doch am Ende überwiegen die Glückshormone, die das Training bei ihr freisetzt.

6:50 Uhr, bald ist Halbzeit. Während andere gerade ihren ersten Kaffee in die Tasse gießen, hat Natalie schon 30 Kilometer geschafft. Altes Lager und Jüterbog liegen hinter ihr. Dann kommt – in der Nähe der Skate-Arena – der Abschnitt mit dem besten Asphalt. „Hier hebt das Rad fast vom Boden ab, das fühlt sich an wie Über-den-Wolken-Fahren.

Für ein paar Minuten verschmilzt alles miteinander – die Maschine, die Muskeln, die Landschaft. Das ist Freiheit pur“, beschreibt Natalie Ehrlich ihren Sport-Rausch. In abwechselnder Gleichmäßigkeit bewegt sie sich durch die Landschaft, wie auf einem Karussell. Es geht auf und wieder ab, und hinter jedem Hügel, hinter jeder Kurve, präsentiert sich ein neuer Blick auf die Region.

 

7:35 Uhr. Noch etwa ein Drittel Strecke liegt vor ihr, Werder, Markendorf und Fröhden hat sie schon hinter sich gelassen. Wenn sie in der Welt unterwegs ist, ob beim Ironman in Utah, Kopenhagen oder Lissabon, hat sie den Fläming immer dabei. Dann rechnet sie Distanzen um und ruft sich die Anstiege vor Oehna oder Petkus ins Gedächtnis. „Ich gucke auf den Kilometerzähler und weiß genau, wo ich in etwa jetzt auf der Flaeming-Skate wäre. Und so trägt mich mein Fläming mit den herrlichen Aussichten und Landschaften durch den Wettkampf am anderen Ende der Welt“, verrät sie später bei einer kurzen Trinkpause an einem ihrer Lieblingsplätze, der Dennewitzer Hochzeitsmühle. Von hier fährt sie die 17 Kilometer zurück nach Hause und beginnt gegen 9:00 Uhr ihren Bürotag. Während andere genervt im Stau stehen, schüttet Natalie Ehrlichs Körper immer noch Flaeming-Skate-Glückshormone aus.

18:00 Uhr. Der Arbeitstag war randvoll, doch die Vorfreude auf den Lauf trägt sie schon seit Stunden durch die Termine. Wiedersehen am Berg. Am Fuße der Burg Rabenstein setzt Natalie Ehrlich zum Lauftraining an. Wie sie selbst sagt: „Morgens fliege ich auf dem Fahrrad, abends suche ich die Herausforderung beim Laufen.“ Wie am Morgen startet auch das letzte Training des Tages wieder mit einem Piepen – diesmal dem der Fitnessuhr. Sie kramt die Kopfhörer heraus, öffnet die Streaming-App und startet das Lied „Hall of Fame“. Neun Kilometer sind es heute, sechs zum Warmwerden in Raben und die letzten drei dann hinauf, bis hoch zur Burg Rabenstein.

Morgens fliegen auf dem Rad, abends die Herausforderung beim Laufen.

75 Kilometer Rad, 9 Kilometer zu Fuß – und am Ende dieses Tages führt der Weg hinauf zur Burg Rabenstein. Die Bäume rücken dichter zusammen, Sonnenstrahlen brechen golden durch das Laub, die Luft wird kühl und klar. Natalie Ehrlich nimmt die letzte Kurve, der Torbogen erscheint – und mit ihm das Gefühl von Ankommen. Ein Ziel, das nicht nur sportlich ist. Für einen Moment ist es, als würde sie die Welt hinter sich lassen und in den Kern ihres Flämings eintreten: still, kraftvoll, heimatlich. Während sich die Schweißperlen auf der Stirn sammeln, saust der Wind durch die Baumkronen. Hier wird Anstrengung zu Einkehr – und der Fläming zum Kraftort.

Natalies Ziel am Tagesende

Während sich die Schweißperlen auf der Stirn sammeln, saust der Wind durch die Baumkronen neben der Burg Rabenstein. Hier wird Anstrengung zu Einkehr – und der Fläming zum Kraftort.
mehr erfahren
  • Natalies Ziel am Tagesende

    Während sich die Schweißperlen auf der Stirn sammeln, saust der Wind durch die Baumkronen neben der Burg Rabenstein. Hier wird Anstrengung zu Einkehr – und der Fläming zum Kraftort.
    mehr erfahren

Natalie auf Instagram

Wer mehr über Natalie, ihre sportlichen Erfolge, ihre Vorbereitungen und ihre Liebe zum Triathlon erfahren möchte, der findet spannende Einblicke auf ihren Instagram-Kanälen: 


Touristische Angebote entlang der Strecke - RK 4


Unsere Flämingbotschafter