• Skaten ist wie fliegen, nur schöner.

Rolling Oldies im Fläming: „Skaten ist wie fliegen, nur schöner.“

Unser Fläming: Auf Rollen unter breitem Fläminghimmel

Spiegelglatter Asphalt, weite Ausblicke und sanfte Anstiege: Auf der Flaeming-Skate im Landkreis Teltow-Fläming finden Kerstin und Detlef Mai ihr Stück gelebte Zeit. Was als gemeinsames Hobby begann, ist längst ihr Lebensgefühl geworden. Seit fast einem Vierteljahrhundert zieht es sie regelmäßig in den Süden Brandenburgs. Hier genießen sie zwischen Luckenwalde, Jüterbog und Petkus den lauen Fahrtwind, den gemeinsamen Flow und die schönsten Genussmomente auf Rollen.

Parkplatz Teichwiesenweg am Flaeming-Skate-Zubringer S1. Bevor Kerstin und Detlef Mai ihre Speed-Skates anschnallen, setzen sie den Helm auf. Sicherheit geht vor. Erst danach rascheln die Klettbänder der Protektoren, gefolgt vom Klicken der Verschlüsse. Schon rollen die beiden los – synchron gleiten sie über den Asphalt und starten die heutige Tour auf dem Rundkurs 5. Seit einem Vierteljahrhundert rollen die beiden gemeinsam durchs Leben – und über die Rundkurse von Europas größter Skatestrecke. Mal zu zweit, mit Freunden oder ihrem Verein „Rolling Oldies“ für Skatefans über 50. Die Flaeming-Skater der ersten Stunde schätzen die abwechslungsreiche Landschaft, den perfekt glatten Asphalt und ihre Lieblingsaussichten – heute noch genauso wie am ersten Tag.

1999 schenkten sich die beiden Freizeitskates für sportliche Gemeinsamzeit. Kerstin, 65, promovierte Mathematikerin, pensionierte Beamtin. Detlef, zwei Jahre älter, Ingenieurpädagoge, im Ruhestand und freiberuflicher EDV-Trainer. Was auf Parkplätzen begann, führte die neugierigen Berliner im Eröffnungsjahr der Flaeming-Skatestrecke schließlich hierher – in eine Region, die sie bis dahin nicht kannten, aber seitdem lieben: „Wir genießen den Wechsel der Jahreszeiten. Es ist immer wieder überraschend, wenn wir aus dem Wald um die Ecke kommen und sehen, in welcher Farbe die Felder dieses Jahr erstrahlen“, schwärmt Kerstin Mai.

„Wenn wir so fahren, in einem Zug, dann sind wir im Flow“

Gleichmäßig und erstaunlich leise gleiten die großen Rollen ihrer Skates durch die Landschaft. Seit Kolzenburg sind sie auf Rundkurs 5 unterwegs, den sie wie gewohnt gegen den Uhrzeigersinn fahren. Zwischen Werder und Markendorf verschlucken die hügeligen Spätsommerfelder die Asphaltbahn fast vollständig – es wirkt, als glitten die beiden direkt durch die Natur. „Wenn wir so fahren, in einem Zug, dann sind wir im Flow“, sagt Detlef. Und Kerstin ergänzt verschmitzt: „Skaten ist wie fliegen – nur schöner.“

Bevor die beiden hinter der nächsten Baumkante verschwinden, halten sie kurz an. Kerstin zückt das Handy für ein Foto, Detlef nimmt einen Schluck Wasser. Am Horizont ragen die Türme von Nikolaikirche und Mönchenkloster in Jüterbog auf – der Blick schweift in die Ferne. Ein purer Genussmoment.

Solche Augenblicke haben Kerstin und Detlef unzählige Male erlebt, seit sie die Flaeming-Skate für sich entdeckt haben. „Damals war einiges noch provisorisch – kleine Imbissstände am Rand, kaum Infrastruktur, fast niemand unterwegs“, erinnert sich Detlef. „Und plötzlich lag da dieses Band aus Asphalt, wie aus einer anderen Welt.“ Ende der Neunziger war Inline-Skaten der große Trend. Dass vor den Toren Berlins eine ganze Region eine Bahn nur für Skater und Radfahrer baute, schien fast verrückt. Doch 2001 wurde der erste Abschnitt eröffnet – und das Ehepaar Mai war sofort dabei. „Wir konnten miterleben, wie sich die Region verändert hat“, sagt Detlef. „Und wir wussten: Hier hat jemand eine einzigartige Idee in die Tat umgesetzt.“

„Und wir wussten: Hier hat jemand eine einzigartige Idee in die Tat umgesetzt.“

Heute teilen sie die Strecke mit mehr Publikum, aber in die Quere kommt sich niemand. Auf ihren Lieblingsrouten kennen sie jede Kurve, jede Abfahrt. Und trotzdem hält jede Fahrt neue Perspektiven bereit. Ihre Rituale gehören dazu: Auf Rundkurs 1 ist ein Softeis-Stopp in Hohenseefeld Pflicht. Auf Rundkurs 5 treiben sie ihren Puls immer an derselben Stelle hoch.

Kurz vor Schlenzer wartet ein stattlicher Anstieg. Das gleichmäßige Dahingleiten klingt jetzt anders. Zwei Skate-Stile, zwei Strategien: Kerstin verlagert ruhig das Gewicht, jeder Schritt sitzt. Detlef stemmt sich kraftvoll ab, tief in der Hocke – doch bald sieht er nur noch die Hacken seiner Frau vor sich. Unser Trainer Thorsten sagt: „Bis 30 km/h ist nur Gewichtsverlagerung, danach kommt Kraft. Dieses Duell am Berg gewinnt Kerstin jedes Mal“, sagt er lachend, mit einem Schimmer Stolz in der Stimme. Oben angekommen verschwinden die Unterschiede: Seite an Seite ducken sie sich in den Wind und lassen einfach rollen – die Belohnung rauscht ihnen bergab entgegen.

Ab hier wird die Strecke anspruchsvoller. In Wahlsdorf, Petkus und Ließen warten weitere Anstiege. Doch Kerstin und Detlef genießen sie – ideale Trainingsbedingungen, sowohl seit 2000 den „Berlin Marathon“, fürs 24-Stunden-Rennen in Le Mans oder für die nächste Tour mit den Rolling Oldies. Auf den letzten Kilometern zurück nach Luckenwalde finden sie wieder ihr gemeinsames Tempo.

Ob kurze Runde oder große Distanz – für Kerstin und Detlef ist jeder Meter auf der Flaeming-Skate ein Stück gelebte Zeit. Und wenn sie in vier Jahren ihre Goldene Hochzeit feiern, dann am liebsten hier: Mit Rollen an den Füßen, Rückenwind in den Haaren – Seite an Seite, wie seit einem Vierteljahrhundert schon.

Mit Rollen an den Füßen

Ob kurze Runde oder große Distanz – für Kerstin und Detlef ist jeder Meter auf der Flaeming-Skate ein Stück gelebte Zeit. Und wenn sie in vier Jahren ihre Goldene Hochzeit feiern, dann am liebsten hier.
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Kerstin und Detlefs ganz persönlicher Tipp: Die Rolling Oldies

Wir sind Mitglieder der Rolling Oldies, dem 1. Fanclub der Flaeming-Skate. Entstanden ist unser Fanclub am 25. August 2002 mit der Eröffnung des RK1 auf der Flaeming-Skate. Schon damals waren wir dabei – gemeinsam mit anderen Skaterinnen und Skatern, die sich wenige Wochen zuvor über einen Aufruf im Forum der Flaeming-Skate gefunden hatten. 

Nach dem ersten Kennenlernen war schnell klar: Daraus soll mehr werden. Es folgten unsere eigene Website, einheitliche Trikots und erste gemeinsame Wettkampferfahrungen. Damit war der Grundstein für die Rolling Oldies gelegt. Seitdem wächst unser offener Zusammenschluss stetig weiter. 

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Wir sind ein lustiger loser Haufen Inlineskater aus ganz Deutschland und anderswo auf der Welt. Wir sind kein Verein und es gibt keine Mitgliedschaft in dem Sinne. Unser Richtalter: ab ca. 50. Aber wir haben auch eine "Krabbelgruppe" unterhalb der 50. In unserer Freizeit treffen wir uns ganz zwanglos – zum Erkunden neuer Strecken, zum gemeinsamen Training, zu Wettkämpfen, zum Feiern oder zu vielen anderen schönen Events, mit und ohne Rollen. Bei uns stehen der Spaß am Skaten, Gemeinschaft und der Austausch im Mittelpunkt. Wenn du Lust hast, Teil einer aktiven, offenen und fröhlichen Skate-Gemeinschaft zu werden, dann mach mit und werde Teil der Rolling Oldies

Touristische Angebote entlang der Strecke - RK 5


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