Beim Fläming handelt es sich geologisch betrachtet um einen eiszeitlich geformten Höhenzug, der sich über ca. 100 km von Magdeburg aus in östlicher Richtung bis zur Dahme erstreckt. Im Norden wird er vom Baruther Urstromtal und im Süden vom Breslau-Magdeburg-Bremer Urstromtal, in welchem die Elbe fließt, begrenzt. An den südwestlichen Rändern, wo der Übergang in die flachen angrenzenden Niederungen allmählich geschieht, spricht man vom Vorfläming, so wie zum Beispiel beim Roßlauer Vorfläming. In Richtung Zerbst macht der Fläming fruchtbaren Ackerböden Platz, die oft auch als Zerbster Ackerland bezeichnet werden.
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Burg Rabenstein, Foto: (c) keine Weitergabe Julian Hohlfeld / Tourismusverband Fläming e.V./Julian Hohlfeld
Der Fläming
Vom Hohen und Niederen Fläming
Der Hohe Fläming
Der westliche Teil des Höhenzugs wird als Hoher Fläming bezeichnet, mit dem Hagelberg als höchster Erhebung (ca. 200 m). Er umfasst die Ämter Ziesar, Brück und Niemegk sowie die Städte Bad Belzig, Wiesenburg/Mark und Treuenbrietzen. Aufgrund der teilweise schon sehr mittelgebirgig anmutenden Landschaft wird der Hohe Fläming mit einem Augenzwinkern schon mal als „Deutschlands kleinstes Mittelgebirge“ bezeichnet. Wer es gerne hügelig mag, der ist im Hohen Fläming auf jeden Fall genau richtig. Mit dem Burgenwanderweg ist auf knapp 150 Kilometern eine Rundtour ausgewiesen, auf der man sich auf Spurensuche zu Ursprüngen der Mark Brandenburg begeben kann. Im hügeligen Gelände sind die Burgen Zeugnis einer konfliktreichen Vergangenheit. Wer mit dem Fahrrad auf dem Höhenzug in Bad Belzig startet, der kann auf dem Flämingradweg das gesamte Höhenprofil des nach Westen auslaufenden Fläming direkt nachvollziehen.
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Gipfelkreuz auf dem Hagelberg,
Foto: (c) keine Weitergabe Jedrzej Marzecki / Tourismusverband Fläming e.V./Jedrzej Marzecki
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Paar macht Wanderpause vor dem Schloss Wiesenburg,
Foto: (c) keine Weitergabe Jedrzej Marzecki / Tourismusverband Fläming e.V./Jedrzej Marzecki
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Burg Eisenhardt,
Foto: (c) keine Weitergabe Jedrzej Marzecki / Tourismusverband Fläming e.V./Jedrzej Marzecki
Der Niedere Fläming
Der östliche Bereich des Flämings wird als Niederer Fläming bezeichnet. Er reicht im Süden bis zur Schwarzen Elster und im Osten bis an die Dahme. Die größten Städte im Niederen Fläming sind Jüterbog und Luckenwalde. Die Gemeinden Niedergörsdorf und Niederer Fläming (zum Amt Dahme/Mark gehörend) erstrecken sich über die gesamte Länge des Höhenzuges.Wie der Name vermuten lässt, hat er nicht ganz so prominente Erhebungen zu bieten. Der Golmberg ragt mit 178 m am höchsten aus dem Umland heraus. Mit seinem flachen Landschaftsprofil und eher sanft welligen Hügeln lädt der Niedere Fläming heute Skater und Radfahrer auf die Rundkurse der Flaeming-Skate ein.
Flaeming-Skate mit Rapsfeld,
Foto: Landkreis Teltow-Fläming/Kein Urheber bekannt
Die Geschichte des Flämings
Historisch gesehen handelte es sich beim Fläming lange Zeit um umstrittenes Grenzland. Zur Zeit der Hochmittelalterlichen Ostsiedlung im 11. Jahrhundert bildete der Fläming die Grenze zwischen Deutschen und Slawen. Im weiteren Verlauf fand sich die Region immer wieder im Brennpunkt von Interessenskonflikten zwischen der Mark Brandenburg, dem Erzbistum Magdeburg und Kursachsen. Nach der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress 1814/1815 gingen das Amt Belzig sowie Jüterbog im Osten an die Provinz Preußen, während das Amt Wittenberg und weitere Ämter des Kurkreises der Provinz Sachsen zugeschlagen wurden. Die heutige Bundeslandgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt geht im Wesentlichen auf diese historische Gebietszuordnung zurück.
Als Bezeichnung für die Region setzte sich der Begriff „Fläming“ ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch. Er leitet sich ab von den Flamen, die eine der großen Einwanderungsgruppen im 12. Jahrhundert ausmachten und die nach verheerenden Sturmfluten in Flandern eine neue Lebensgrundlage suchten. Dabei handelt es sich beim Begriff „Fläming“ nicht um eine Selbstbezeichnung durch die eigentlichen flämischen Siedler, sondern um einen nachträglich geprägten Begriff.
Mark Brandenburg vs. Bundesland Brandenburg?
Oft werden diese beiden Begriffe synonym verwendet, was geschichtlich jedoch nicht korrekt ist. Bei der Mark Brandenburg handelt es sich um ein historisches Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Im Allgemeinen zieht man 1157 als das Gründungsjahr der Mark heran. Die Mark Brandenburg umfasste die Altmark westlich der Elbe, die sogenannte Mittelmark zwischen Elbe und Oder und die Neumark östlich der Oder. Der südliche Bereich des Bundeslands Brandenburg und somit des Flämings wechselte häufiger den Besitz. Ein Großteil gehörte jedoch meist zu Kursachsen, Teile zum Erzbistum Magdeburg und westlich von Wittenberg erstreckte sich das Fürstentum Anhalt. Heute verteilt sich das Territorium der historischen Mark Brandenburg über die die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie auf zwei Woiwodschaften in Polen. Jüterbog ist nach Brandenburg a.d.H. die zweitälteste Stadt im heutigen Brandenburg. Sie erhielt 1174 das Stadtrecht.